Ausgerechnet im sparsamen Baden-Württemberg wurde eine staatliche Behörde beim Verschleudern staatlicher Gelder erwischt und das, ohne dass ein dienstlicher Zweck erkennbar war. Der Landesrechnungshof kritisiert horrende Ausgaben, die weder notwendig noch sinnvoll waren. Unter anderem wurden teure Sofas, eine Orangensaftpresse, Apple-Kopfhörer und Lego-Spielzeug angeschafft und Ausflüge großzügig bezuschusst. Sogar Kryptogeld wurde mit einer Kreditkarte des Landesmedienzentrums gekauft. Man wollte sich in digitalen Technologien üben. Darüber ist das Kryptogeld inzwischen fast völlig wertlos.
Wieder einmal hat sich eine Behörde völlig schamlos am Geld der Steuerzahler bedient. Das Kultusministerium, dem das Landesmedienzentrum untersteht, hat die Flucht nach vorn angetreten und teilte mit, man habe unverzüglich Maßnahmen eingeleitet, um alle Prozesse in Einklang mit den in der Landesverwaltung geltenden Standards zu bringen. Da fragt sich der erstaunte Steuerzahler, wer denn wohl man sei und weshalb sich dieser „man“ nicht gleich an das geltende Recht gehalten hat. Weiterhin teilte Staatssekretär Andreas Deuschle (CDU) mit, das die Landesmedienanstalt den Bericht des Landesrechnungshofes zum Anlass nehme, die Medienbildung neu zu strukturieren. Erfolgreiche Dienste und Leistungen werden in bestehende Strukturen am Institut für Bildungswesen (IBBW) sowie am Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) integriert werden. Doppelstrukturen werden aufgelöst. Dennoch bleibt die Frage offen, weshalb erst Berichte des Rechnungshofes solche Aktivitäten auslösen. Was macht eigentlich die Leitung des Landesmedienzentrums? Vielleicht haben die mit dem Test der neuen Couch und dem Handel mit Kryptowährung zu tun und lassen es sich dabei mit Orangensaft gut gehen.
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