Ver.di wieder auf Abwegen

Wen vertritt Ver.di?

Mehrfach habe ich in letzter Zeit das Gebaren der Gewerkschaft Ver.di thematisiert. Bei den Aktionen von Ver.di fällt dem aufmerksamen Beobachter auf, dass in Bereichen gestreikt wurde, in denen das Personal sehr gut bezahlt wird und bei denen Gehaltsverbesserungen unmittelbare Auswirkungen auf die Bevölkerung haben. Dies trifft auf die Beschäftigten im öffentlichen Dienst (die auch Auswirkungen auf die Beamten haben), den ÖPNV, das Boden- und fliegende Personal auf den Flughäfen und auch die Beschäftigten in den Krankenhäusern zu. All diese Beschäftigten verdienen gut bzw. sogar überdurchschnittlich und brauche sich um ihre berufliche Perspektive keine Gedanken zu machen. Doch die Vergütungssteigerungen haben Folgen. Dienstleistungen und Gebühren im öffentlichen Dienst werden teurer, die Preise der Tickets für den ÖPNV und auch die Flugtickets werden teurer. Auch die erhöhten Personalkosten schlagen sich unmittelbar bei den Krankenkassen nieder und führen zu höheren Beiträgen. Damit ist Ver.di zu einem Inflationstreiber der Extraklasse geworden und Millionen nicht privilegierte Arbeitnehmer müssen dafür bluten.

Frontalangriff auf den Tourismus

Doch all das reicht Ver.di noch nicht. Jetzt greift man den Tourismusbetrieb an der Ostsee an.Nachdem die Bäderregelung in Mecklenburg-Vorpommern im März 2025 auf den Standard in Schleswig-Holstein angepasst und damit die Öffnungszeiten erheblich ausgeweitet wurden, reichte ver.di bereits 2025 Klage dagegen ein. Diese von den Touristen geschätzten und für die Geschäfte einträglichen Geschäftszeiten möchte Ver.di rückgängig machen. Die Öffnungszeitverordnung soll vom Oberlandesgericht Greifswald ((Az. 2 K 160/25 OVG) für unwirksam erklärt werden, um den Schutz der Arbeitnehmer vor übermäßiger Sonn- und Feiertagsarbeit schützen. Verhandlungstermin ist der 12.03.2026.

Was ist das Problem der Öffnungszeitverordnung?

Aber wer hat Ver.di dazu aufgefordert? Die Saison an der Küste ist durch das Klima auf wenige Monate begrenzt. In dieser Zeit wollen die Beschäftigten soviel verdienen, dass sie auch in der Nebensaison gut über die Runden kommen. Dazu kommt, dass viele kleinere Shops an den Sonn- und Feiertagen von den Inhabern selbst besetzt werden. Als häufiger Besucher der Ostsee konnte ich das bei vielen Gesprächen mit den Geschäftsinhabern feststellen. Aber auch für die Angestellten ist die Sonn- und Feiertagsöffnung wegen der entsprechenden Zuschläge attraktiv. Und natürlich muss man sich auch fragen, weshalb etwas in Mecklenburg-Vorpommern unmöglich sein soll, was in Schleswig-Holstein seit Jahren gelebte und erfolgreiche Praxis ist. Für die Urlauber verliert die Ostsee natürlich stark an Anziehungskraft, wenn sie am Sonntag die Shops nur durch die Schaufensterscheibe betrachten dürfen. Auch die Kommunen werden nicht auf die zu erwartenden Mehreinnahmen an Steuern verzichten wollen.

Was also soll das? Wessen Interessen vertritt Ver.di? Oder geht es etwa nur um eine Demonstration ihrer Macht wie einst bei der Lokführer-Gewerkschaft unter Herrn Weselsky?


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Frontalangriff auf den Tourismus, Ladenöffnungszeiten an der Ostsee sollen gekippt werden, Ver.di als Inflationstreiber, Ver.di vertritt die Gutverdienenden
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