Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen. Nicht immer kann dabei von tollen Destinationen, wunder barer Natur, klasse Service und tollen Attraktionen berichte werden. Auch Pleiten, Pech und Pannen können dem Urlauber den Spaß am schönsten Teil des Jahres vermiesen.
Im Dezember des vergangenen Jahres mussten und unsere Freunde diese bittere Erfahrung machen. Bereits im ersten Quartal 2025 hatten wir uns einen seit langem gehegten Wunsch einer Donau-Schiffsreise erfüllt und eine solche über das Jahresende 2025 ausgewählt. Veranstalter war die A-ROSA Flussschiff GmbH. Die Reise sollte vom 27.12.25 bis zum 3.1.26 dauern und in Passau mit der A-ROSA RIVA starten. Über die Stationen Wien und Bratislava sollte die Reise am 31.12.25 nach Budapest führen. Für jede Zwischenstation wurden verschiedene Ausflüge angeboten, die wir bereits zuhause online gebucht hatten. Höhepunkt der Reise sollte der Galaabend zu Silvester auf dem Schiff in Budapest sein. Soweit eine runde Sache. Doch es sollte anders kommen. Irgendwie war der Wurm drin in diesem Arrangement.
Bereits am 10.12.25 erhielten wir die Mitteilung, dass aufgrund der großen Zahl von Schiffen mit dem Ziel Budapest, auch das 27 km entfernte österreichische Hafen Engelhardtszell als Tourstart genutzt würde, um Wartezeiten an den Schleusen zu vermeiden.
Ein Bustransfer von Passau nach Engelhardtszell sei eingerichtet.
Aufgrund der langen Anreise von Berlin nach Passau (ca. 645 km) traten wir die Anreise bereits am 26.12.25 an, um in einem dortigen Hotel zu übernachten und am 27.12.25 stressfrei auf die A-ROSA RIVA einzuschiffen.
Doch wir hatten die Rechnung ohne den wichtigsten Mitspieler, die Donau gemacht.
Am 26.12.25 starteten wir dann wie geplant die Anreise nach Passau und um 17:00 Uhr, 5 Minuten vor unserer Einfahrt in Passau, ließ das A-ROSA Service-Center dann die Bombe platzen. Wir erhielten um 15:50 Uhr eine Mail, die Reisende der Tour vom 06.-10.12.25 betraf und über eine Routenanpassung aufgrund einer Schleusensperrung informierte. Nur 5 Minuten kam dann die unsere Reise betreffende Mitteilung, die unsere Urlaubsträume platzen ließ. Das A-ROSA Service-Center teilte uns mit, dass aufgrund der niedrigen Pegelstände die Stationen Bratislava und Budapest nicht angefahren werden können. Die Reise solle daher zunächst Richtung Linz und Wien gestartet werden. Über den weiteren Tourverlauf werde an Bord 2mal täglich informiert. Alternativ könne die Reise unentgeltlich storniert werden. Die Reiseteilnehmer müssten sich auf einem Mailanhang bis zum 27.12.25 11:00 Uhr entscheiden, ob sie die Änderungen akzeptieren. Desweiteren führte A-ROSA aus, dass sich Pegel- und Schiffbarkeitsstände in der Regel sehr kurzfristig ändern, weshalb auch bei Niedrigwasser. Grundsätzlich eine Flussreise möglich ist. Diese Erkenntnis hat A-ROSA exklusiv ganz für sich allein, zeigt doch eine kurze Recherche, dass genau das Gegenteil der Fall ist und selbst größere Niederschläge nicht zu einem schnellen Anstieg der Pegelstände führen. Ganz klar entsteht hier der Verdacht, dass gezielt spät über die Touränderung informiert wurde, um möglichst viele Reiseteilnehmer mit Blick auf die lange Anreise zu motivieren, die Touränderungen zu akzeptieren und auf eine Stornierung zu verzichten. Dieser Verdacht erhärtet sich durch die Tatsache, dass die eigentlich von Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr besetzte Rufnummer des A-ROSA Service Centers am 26.12.25 nicht besetzt war. Ein Hinweis, dass die Service-Nummer ab Feiertagen nicht besetzt ist, findet sich auf der Webseite nicht. Damit wurde den Reiseteilnehmern jede Möglichkeit genommen, weitere Informationen einzuholen und Fragen zu Stornierungsbedingungen der Reise zu klären. Erst am 27.12.25 ab 07:00 Uhr stand eine Handynummer der A-ROSA RIVA für Nachfragen zur Verfügung. Mit dem Versprechen des A-ROSA Service Centers „Wir sind gern für Sie da“ auf der Webseite und in den Mails hat das Verhalten von A-ROSA nichts zu tun.
Die von uns kontaktierte Dame auf der A-ROSA Riva hat uns allerdings am 27.12.25 ausführlich und kompetent über die Möglichkeiten zur Fortsetzung der Reise und auch der Stornierung informiert.
Wie hoch die Risiken einer Donau-Schifffahrt bei Niedrigwasser ist zeigt exemplarisch eine Meldung der Webseite cruisetricks.de. Dort wird mitgeteilt, dass die Nicko Vision bei Niedrigwasser in der Nacht vom 30. auf den 31.12.25 auf eine Kiesbank aufgelaufen ist. Das Schiff war unterwegs von Komarom in Ungarn nach Bratislava in der Slowakei. Weder ein Schiff von Nicko Cruises noch ein Schlepper konnten das Schiff freischleppen. Am 01.01.26 wurden die Passagiere evakuiert und konnten sich auf zwei anderen Kreuzfahrtschiffen tagsüber aufwärmen, bevor die organisierten Busse eintrafen, die sie in Hotels nach Bratislava und Linz zur Fortsetzung ihrer Reise brachten. Mit einer Schiffsreis hat das am Ende wenig zu tun.
Als Fazit muss leider konstatiert werden, dass die A-ROSA Schifffahrt GmbH die Teilnehmer der Silvesterreise trotz eines großen Risikos einer einschneidenden Änderung bzw. sogar des Ausfalls der Schiffsreise aufgrund des bereits seit längerem bestehenden Niedrigwassers viel zu spät informiert und die Möglichkeit einer Stornierung angeboten hat. Neben der Enttäuschung über den Ausfall der Schiffsreise sind uns auch noch Hotel- und Treibstoffkosten in nicht unerheblicher Höhe entstanden. Dass Angebot, bei der nächsten Schiffsreise au der Donau 50% zu sparen, werden wir mit Sicherheit ausschlagen.
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