Wohlstandsvernichter Graffiti

In fast allen deutschen Großstädten, in Berlin sehr auffällig und in Dresden eher versteckt, gibt es Graffiti-Sprayer, denen kein Haus, kein Brückenportal, keine Lärmschutzwände und auch neue Betonflächen nicht heilig, sondern Objekt der Begierde sind, um seine Kunst und sein Tag weiterzuverbreiten. Auch an den Autobahnbrücken kann man diese „Kunst“ republikweit „bewundern“. Auch in unseren Kleinstädten und selbst in Dörfern wird jede freie Stelle besprüht. Insbesondere sogenannte Fußballfans wie etwa die von Hansa Rostock und 1. FCU fallen durch die massenhafte Verbreitung ihrer Schmierereien auf. In unserer Gemeinde mit 15.000 Einwohner gibt es nicht einen Verteilerkasten, Telekom-Anschlusskasten oder Trafostationen, die nicht mit dem Schriftzug 1. FCU beschmiert wären. Von irgendwelchen Maßnahmen gegen die Szene, die sich häufig durch ihre TAG s selbst outen, durch unsere Gemeinde ist mir nichts bekannt.

Umso erfreuter war ich als sich der Bürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, diesem Thema zuwandte. Wenn jemand glaubte, als ehemaliger Grüner würde er die Sprayer wegen ihrer Kunst in Schutz nehmen, der irrt sich gewaltig. OB Palmer hat lange vergeblich gegen die Szene gekämpft. Doch die Strafen sind viel zu niedrig. Dazu kommt der zunehmende Leerstand in den Zentren, die Obdachlosigkeit und mit dem Verfall der Sitten auch das Wildpinkeln in der Öffentlichkeit. In Stadtzentren mit solchen Problemen möchte niemand mehr shoppen. Deshalb will Boris Palmer gegen diese Missstände vorgehen. So fordert er Steuern für den Leerstand von Geschäftsräumen, härtere Strafen bis zur Ersatzhaft für das Urinieren in der Öffentlichkeit und strengere Strafen für Graffiti. Natürlich sollte der Bund die Kommunen bei der Bekämpfung der Obdachlosigkeit unterstützen. Aber das allein genügt nicht. Wer so verwahrlost ist, dass er in der Öffentlichkeit pinkelt, dann muss er die Folgen tragen. Gleiches trifft für Vermieter zu, die ihre Immobilien zwecks Erzielung von Höchstmieten lange leer stehen lassen und sich das auch noch vom Steuerzahler vergüten lassen.

Die Schäden durch Graffiti sind mit Sicherheit erheblich und belasten die Kommunen, den Bund und auch die Immobilieneigentümer durch die Kosten der Beseitigung der Schäden. Ich hoffe, dass Herr Palmer Unterstützung für seine Forderung erhält.  

Die mutwillige Beschädigung öffentlicher Anlagen und privater Immobilien ist kein Kavaliersdelikt und sollte immer mit einer Haftstrafe ohne Bewährung und Verurteilung zu Schadenersatz geahndet werden.

Auf eine Einsicht der Sprayer braucht man mit Sicherheit nicht zu hoffen.


Entdecke mehr von Meine ungefragte Meinung

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

auch Wildpinkelei muss bestraft werden, Boris Palmer fordert Strafverschärfungen, gravierende Schäden durch Graffitit, Leerstand in Städten bekämpfen, Obdachlosigkeit muss bekämpft werden, Strafen völlig unzureichend
Vorheriger Beitrag
Zur Wahl in Baden-Württemberg 2026
Nächster Beitrag
Es rumort in Deutschland

Du glühst vor Begeisterung oder schäumst vor Wut,-hier kannst Du es rauslassen.

Entdecke mehr von Meine ungefragte Meinung

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen