Zweiklassenmedizin in Deutschland-Hautarzt gesucht

Es ist beinahe ausgeschlossen, als Kassenpatient in einem absehbaren Zeitraum (4 Wochen) einen Termin bei einem Hautarzt zu bekommen. Viele Hautärzte lehnen Onlinetermine für Neukunden ab, andere bieten nur Termine für Selbstzahler oder engen das bereitgestellte Leistungsspektrum auf solche an, die vom Patienten zu zahlen sind. Die Not der Patienten wird dabei gezielt ausgenutzt. So werden kurzfristige Termine angeboten, wenn der Kassenpatient bereit ist, die Kosten selbst zu zahlen. Die 2-Klassenmedizin feiert hier fröhliche Urständ. Für gut Betuchte oder Privatversicherte stehen die Termine zur Verfügung, die Kassenpatienten vorenthalten werden.

Lediglich eine für Kassenpatienten offene Hautarztpraxis hat mir auf eine Anfrage vom 16.2.26 am 18.2.26 einen zeitnahen Termin zur Befundung meines Problems angeboten. Dieses Angebot musste ich leider ausschlagen, da ich bereits per Online-Sprechstunde einen gesicherten Befund erhalten hatte und die Therapie eine IGEL-Leistung ist.  Dafür einen kurzfristigen Behandlungstermin bei einer privaten Praxis zu bekommen, war kein Problem und nett war man dort auch noch.

Ich hatte eine Stunde Fahrtzeit entfernt von meinem Wohnort eine weitere Hautarzt-Praxis gefunden, die mir einen Termin ein paar Tage jenseits der vier Wochen angeboten. An der Rezeption wurde mir mitgeteilt, dass ich mich darüber freuen dürfe, da man eigentlich schon beim Monat April sei.

Ausweg Online-Sprechstunde?

Die Online-Sprechstunde im Bereich Dermatologie habe ich zum zweiten Mal in Anspruch genommen. Beim ersten Mal erwies sich der Befund im Ergebnis einer späteren Konsultation in einer dermatologischen Praxis als falsch. Beim aktuellen Fall war der Befund nicht nur richtig, sondern lieferte Hinweis auf ein zweites dermatologisches Problem, das ich gar nicht angegeben hatte. Zudem erhielt ich auch Hinweise für die entsprechenden Therapien. Natürlich hängt der Befund des Arztes von der Qualität der Aussagen des Patienten und auch der gelieferten Fotos ab.

Dennoch muss ich anerkennen, dass sich der Versuch durchaus lohnen kann. Und das Angebot an Terminen für Kassenpatienten wird sich sicher nicht erhöhen.

PS: Meine Krankenkasse hatte mir eine Suchmaschine für die Facharztsuche empfohlen. Auf alle neun Praxen, die ich für meine Umgebung angezeigt bekam, treffen die im ersten Teil gemachten Aussagen vollumfänglich zu. Bei keinem dieser Ärzte hätte ich einen normalen Termin bekommen.


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kurzfristuger Hautarzttermin unmöglich, Onlinetermine oft nur für Bestandspatienten, Termine für IGEL-Leistungen verfügbar, Termine für Selbstzahler kein Problem
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